Per Hallström – Schriftsteller

Per Hallström Schriftsteller
Per Hallström Schriftsteller

Per Hallström war ein Schriftsteller, der in Schweden von vielen verkannt wird und in Deutschland zu wenig bekannt ist. Per Hallström hat alle Dramen von Shakespeare übersetzt und eine Reihe von Erzählungen und Romanen geschrieben. Obwohl er hauptsächlich in den 1900er Jahren schrieb zählt er stilistisch zu den Schriftstellern der 1800er Jahre.

Per Hallström – Schriftsteller mit Schwermut

Der schwedische Schriftsteller Per Hallström wurde am 19. September 1866 in Stockholm geboren und starb am 18. Februar 1960 im Alter von 93 Jahren in Nacka / Stockholm. Er war von der Ausbildung her Ingenieur, wandte sich aber bereits am Ende des 19. Jahrhunderts der Literatur zu und wurde Schriftsteller und Übersetzer. Unter anderem hatte er sämtliche Dramen von Shakespeare ins schwedische Übersetzt. Als Schriftsteller gelangen Per Hallström am besten Prosa und Novellen. Bei den längeren Stücken ist der Leser seiner schwermütigen skandinavischen Literatur stark gefordert, da Per Hallström oft den Faden verliert und er seine Leser in Parallelwelten verschickt. Obwohl die Literatur von Per Hallström in Schweden stark umstritten war, wurde er in den Jahren  1916 und 1919 für den Literatur-Nobelpreis nominiert. Per Hallström trat 1908 in die Schwedische Akademie (Svenska Akademien) ein und war von 1931 bis 1941 ihr ständiger Sekretär und durfte somit den Literatur-Nobelpreis 10 mal überreichen.

Novellen – die Stärke von Per Hallström

Der Insel-Verlag umschrieb die Prosa von Per Hallström Anfang des 20. Jahrhunderts wie folgt: „Mit Selma Lagerlöf und Per Hallström nennt man die Namen der beiden größten schwedischen Meister auf dem Gebiete der eigentlichen Erzählkunst. Bei Selma Lagerlöf ist die künstlerische Idee immer in der raschen und mitreißenden Entwicklung der Ereignisse zu suchen, in der reichen und kräftigen Ausformung des Stoffes; bei Hallström hingegen ist der künstlerische Keim, aus dem das Kunstwerk entstanden ist, oft nur eine gewisse Beleuchtung bekannter alltäglicher, ein Licht über einer Landschaft, eine Spiegelung der umgebenden Welt in einem Menschensinn.“

Einige Novellen von Per Hallström sind auch auf Deutsch erschienen. So wurde vom Inselverlag Leipzig  u.a. das Büchlein „Drei Novellen – Thanatos, Der Kuckuck, Dornröschen“ (Insel-Bücherei Nr.) 1914 herausgegeben. Schon der Titel der ersten Novelle ist Programm: Thanatos – der römische Gott des Todes lässt erahnen wie düster das Ende dieser Geschichte ist. Dafür ist die prosaische Sprache, die Per Hallström verwendet es allemal wert gelesen zu werden.

Romane von Per Hallström sind für Liebhaber schwerer Kost geschrieben

Obwohl die Kritiker von Per Hallström fast einhellig der Meinung sind, dass seine Romane nicht lesenswert sind haben wurde zwei davon immerhin in die Klassikerausgaben der Schwedischen Akademie übernommen:

Der tote Fall – ein Roman, in dem Per Hallström sehr frisch und pulsierend erzählt und spannend schildert. Legendär die Schilderung des Flusses, der sich seinen neuen Weg bricht.

Ein Schelmenroman – beschreibt in einem kurzen Roman eine bunte Schar von Menschen, die in einer Welt, die sich aus Hallströms Erinnerungen zeichnet, bewegt.

Einen Roman oder eine Novelle von Per Hallström darf man nicht wie einen schwedischen Krimi von Henning Mankell oder Stig Larsson lesen, sondern es empfiehlt sich viel Zeit für ihn zu nehmen. Die Sprache ist sehr ausführlich, manchmal blumig und man kann beim Lesen herrlich abschweifen. Oftmals genügt es einen einzelnen Satz von Per Hallström zu lesen und ihn langsam und lange auf sich wirken zu lassen.

 

Quellen: oversattarlexikon.se/artiklar/Per_Hallström, sv.wikipedia.org/wiki/Per_Hallström

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