Was ist denn “rötmånaden”?
In Schweden liest man jetzt viel über den “rötmånaden”. Manch einer wird sich vielleicht fragen, was dies bedeutet bzw. woher dieser Begriff stammt.
Der Name ist identisch mit dem im deutschen Sprachraum angesiedelten “Hundstagen”. Dies bezeichnet eine Monatsperiode um den 22./23. bzw. 24. Juli bis zum 22./23. bzw. 24. August.
Typisch für diese Zeit ist die Tageswärme verbunden mit einer hohen Luftfeuchtigkeit. Dies begünstigt das Wachstum von Bakterien, weshalb es in früherer Zeit häufig zu Lebensmittelvergiftungen kam.
Der Aberglaube sagt auch von dieser Zeit, dass sich Menschen seltsam aufführen und unheimliche Dinge geschehen. Daher auch der Begriff rötmånadshistoria, was übersetzt soviel bedeutet wie Sage, Gruselgeschichte oder einfach eine Geschichte mit fantasievollen und unheimlichen Elementen. Ein weiterer Begriff aus dieser Periode ist rötmånadskalv. Dabei handelt es sich um ein Jungtier, was mit Missbildungen auf die Welt kommt. Die Menschen glaubten damals, solche Missbildungen könnten nur im rötmånaden passieren.
Ganz praktisch gesehen werden heute immer noch Tipps in Tageszeitungen zur Lebensmittelaufbewahrung gegeben. Man erfährt aber diese Zeit in Schweden meist auch sehr deutlich! Abends wird es kühl und feucht, Nebel liegt über Seen und Flüssen und die Zeit der lauen Sommernächte ist vorbei. So langsam kündigt sich der nahende Herbst an, gerade in Nordschweden können Sie trotz der wirklich schönen (und derzeit ist es so) warmen Sommertage schon hin und wieder den ersten Nachtfrost erleben.
Ein wenig blabla über das Wetter
Geregnet hat es. Die sprichwörtlichen Bindfäden und das zwei Tage lang. Kein Grund zum meckern, denn die letzten Wochen waren heftig warm, ein Bilderbuchsommer in Nordschweden (oder zumindestens Teilen davon). Und da wir eh immer etwas hinterher hinken, passte das Wetter auch super genau in die Erdbeerzeit. Ich weiss nicht, wieviel wir bereits jetzt geerntet haben, aber ich schätze einmal, um die 40 bis 50 Liter werden es schon gewesen sein. Und es hängt immer noch alles voll.
So langsam beginnt jetzt die Wolkendecke wieder aufzureissen, die Sonne kämpft sich durch und der Wetterbericht verspricht wieder ordentliches Sommerwetter für die nächsten Tage. Das ist natürlich immer auch eine Ansichtssache. Der schwedische Wetterdienst (SMHI) hat in diesen Tagen irgendwo mal von einem typisch schwedischen Sommer geredet. Morgens blauer Himmel und Sonnenschein, dann bilden sich nach und nach Wolken und gegen Nachmittag/Abend gibt es kurze Regenschauer. Kein Dauerregen, einfach nur hin und wieder kurze Duschen…
Wobei dies auch immer so relativ ist. Meist tritt nämlich genau das Gegenteil ein. Tagsüber ziehen Wolken umher, gegen Abend verschwinden diese und es gibt blauen Himmel von einem Horizont bis zum anderen. Auch nicht schlecht, mag vielleicht der ein oder andere sagen. Schliesslich wird es ja nicht dunkel. Aber es wird kalt. Gerade erst letzte Woche hatten wir ein solches Beispiel. 4 Grad hat das Thermometer angezeigt. Mitten im Juli. Das war auch für uns nach all den Jahren eine neue Erfahrung. Ich meine, mit Nachtfrost ab der zweiten Augusthälfte muss man schon rechnen, aber im Juli? Braucht niemand!
Was natürlich ein positiver Aspekt solcher Wettersituationen ist, es gibt unglaublich tolle Landschaftsmotive zu fotografieren. Gerade wenn die Luft kälter ist als das Wasser in den Seen und Flüssen, dann bilden sich tolle Nebelgebilde. Und da uns der Weg zum Nachtdienst immer an solchen malerischen Seen vorbeiführt, springt auch immer einmal ein solch schönes Motiv ab.
Soviel erst einmal für heute, so richtig bin ich momentan nicht in der Stimmung, Riesenbeiträge zu verfassen, es gibt einfach noch zuviel draussen zu tun. Und aktuell passiert eh nicht viel bei uns in Schweden, es ist Urlaubszeit und damit natürlich auch Nachrichtensommerloch
Also werd ich ein wenig an der Schweden Wiki schrauben, ein paar neue Seiten platzieren und es ruhig angehen lassen.

