Utøya

Tribute

Ohne große Worte, ich hoffe man kann es in Deutschland sehen!

“Papa, ich liebe dich!”

Noch vor Jahren waren Ereignisse wie die in Oslo für die meisten von uns reine Fernsehbilder oder Beiträge in Zeitungen. Deswegen waren sie nicht minder dramatisch und schockierend. Aber zu Zeiten von Twitter und Co. rücken solche Dinge näher an uns.

Viele Nachrichten wurde während des Massakers auf Utøya via SMS, Twitter und Facebook verbreitet. Schreckliche und hilflose Schreie, das flehen nach Hilfe. Wir sind heute nicht mehr nur entsetzter Zuschauer, Leser oder Zuhörer, wir sind heute mittendrin.

 

Ein Blogbeitrag von Prableen Kaur Die Hölle auf Utøya zeigt uns in erschreckender Grausamkeit die Ereignisse.

Prableen schreibt:

Wir hatten nach den Explosionen in Oslo ein Krisentreffen im Hauptgebäude. Nach dem Treffen waren viele, viele vor dem Gebäude. Wir trösteten uns und waren froh, auf der Insel in Sicherheit zu sein. Niemand von uns wusste, welche Hölle in Kürze über uns hereinbrechen würde.

Sie beschreibt weiter, wie plötzlich Panik ausbrach und Schüsse fielen.

Alle begannen zu rennen. Der erste Gedanke war ‘Warum zum Teufel schiesst die Polizei auf uns?’

Prableen schreibt weiter, wie sie sich versuchen zu verstecken, erst im Haus, in einem Zimmer. Wie sie beschlossen, aus dem Haus zu fliehen, sich zu verstecken, nur wo? Und die unvorstellbare Angst, die in diesen Moment geherrscht hat. Als sie mit anderen aus dem Fenster springt und in den Wald läuft, gehen ihr nur ein paar Gedanken durch den Kopf.

Ist er hier? Schiesst er auf mich? Sieht er mich?

Die Jugendlichen versuchen, sich untereinander zu helfen, einer ist schwer verletzt. Sie flüchtet weiter, sucht Deckung hinter einer Mauer und will in Richtung Wasser, weg, nur weit weg.

Ich betete, betete und betete. Hoffte auf Gott…Ich rief meine Mama an und sagte ihr, wir würden uns vielleicht nie wieder sehen. Aber ich würde alles versuchen, es zu schaffen. Ich sagte mehrfach, wie sehr ich sie liebe. Ich hörte die Angst in ihrer Stimme. Sie weinte…

Ich schickte Papa eine SMS und sagte ihm, das ich ihn liebe. Ich schickte noch eine SMS an jemanden, den ich sehr, sehr mag…

Ich schickte eine SMS an meinen besten Freund. Er antwortete nicht. Wir hörten viele Schüsse und rollten uns zusammen. Alles was wir tun konnten, war uns zu wärmen. Da waren soviele Gedanken…

Papa rief an. Ich weinte und sagte ihm, das ich ihn liebe. Er sagte, er sei auf dem Weg zusammen mit meinem Bruder. Um mich zu holen, falls ich ans Festland schwimme. Oder er kommt auf die Insel und holt mich… Ich betete alles, was ich konnte…Es verging einige Zeit…

Die anderen um mich riefen ihre Eltern an oder schrieben SMS. Ich updatete Twitter und Facebook, das wir am Leben waren und auf die Polizei warten.

Und dann wird der Alptraum wahr, der Mörder trifft auf die Gruppe.

Ein Mann kam. ‘Ich bin von der Polizei’ Ich blieb liegen. Irgendjemand rief, er solle es beweisen…

Der Mörder begann zu schiessen. Er lud nach. Schoss weiter. Er schoss rund um mich.

Ich blieb liegen.

Ich dachte ‘Jetzt ist es vorbei. Er ist hier. Er trifft mich. Ich sterbe jetzt.’

Menschen schrien. Ich hörte, wie andere erschossen wurden. Wieder andere sprangen ins Wasser.

Ich lag da. Das Handy in der Hand…Eine SMS kam. Das Telefon klingelte mehrmals. Ich blieb liegen. Ich stellte mich tot.

Ich lag mindestens eine Stunde so. Es war komplett still. Ich hob vorsichtig den Kopf und schaute mich um, ob noch jemand lebte.

Ich sah Leichen. Ich sah Blut. Furcht. Ich beschloss, jetzt zu verschwinden. Ich lag auf einer Leiche. Zwei Leichen lagen auf mir. Ich hatte einen Schutzengel.

Ich wusste nicht, ob er noch einmal zurück kommt. Ich schaute nicht nach den ganzen Anrufen oder SMS. Ich hastete hinunter zum Wasser…

Dann beschreibt sie den Überlebenskampf im eiskalten Wasser. Wie sie sich an einem Gummiboot festhielt. Wie Retter kamen, Schwimmwesten auswarfen und versuchten, einen nach den anderen zu retten. Wie sie mit den anderen an Land gebracht wurde.

Ich weinte. Eine Frau nahm mich in den Arm. Es tat so gut…

Ein Mann lieh mir sein Telefon. Ich rief Papa an. ‘Ich lebe. Ich bin ok.’ und legte auf. Weinte mehr…

Völlig unbekannte Menschen halfen uns. Brachten uns in das Sundvollen Hotel. Ich lief umher und suchte meine besten Freunden. Ich sah niemanden.

Ich traf eine Freundin. Ich schluchzte laut und weinte. Wir nahmen uns in den Arm. Das war gut.

Ich ging umher und suchte Freunde. Weinte weiter. Ich registrierte mich bei der Polizei. Ich durchsuchte die Listen nach Namen. Ich wusste nicht, ob mein bester Freund noch lebte.

Prableen bekommt eine Jacke, sie wird versorgt, spricht mit einem Priester. Bekommt einen Laptop und updatet Twitter und Facebook. Nach einigen Stunden kommt ihre Familie und holt sie ab. Sie fahren nach Hause…

 

Orginalbeitrag:
http://prableen.origo.no/-/bulletin/show/672218_helvete-paa-utoeya

 

P.S. Es kann kleinere Fehler geben, mein norwegisch ist nicht perfekt. Insbesondere im Bezug auf den besten Freund bin ich mir nicht sicher, ist es eventuell die beste Freundin? Oder die Pluralform, beste Freunde??

Sammelpunkt Hotel in Sundvolden Foto: Nicklas Thegerström

Anschläge in Norwegen – Anteilnahme nicht nur in Schweden

Der Bombenanschlag von Oslo und das Blutbad auf der Ferieninsel Utøya sind weltweit die Schlagzeilen des Tages. Aus aller Welt erreichen Norwegen Sympathiebekundungen und Worte des Beileids.

In Schweden stehen die Menschen genauso unter Schock wie in Norwegen. Traditionell hat man enge Beziehen zum Nachbarland, man sieht sich als gemeinsames Brudervolk.
Carl Bildt, der schwedische Aussenminister, twittert: “Wir sind alle Norweger.”

 

Noch in der Nacht hatte der norwegische König Harald sich an die Norweger gewandt: “Jetzt ist es wichtig, das wir zusammen stehen und einander stützen.”

Auch der schwedische König Carl XVI Gustaf und Königin Silvia äusserten sich in einem Kommentar: “Wir haben mit Bestürzung und Abscheu von den Taten in Oslo und dessen Umgebung gehört. Ich bin mit König Harald in Kontakt und die Königin und ich haben unsere schmerzliche Anteilnahme mit allen Opfer und deren Angehörigen ausgedrückt. In solchen schweren Zeiten müssen wir füreinander da sein und uns gegenseitig unterstützen.”

 

Der Verband der schwedischen Muslime hat für Samstag eine Mahnwache angekündigt. Samaa Sarsour, Vorsitzender der Vereinigung, sagte: “Wir müssen unsere Solidarität mit dem norwegischen Volk zeigen. Heute sind wir alle Norweger.”

 

Und Ministerpräsident Jens Stoltenberg sagte heute früh auf einer Pressekonferenz: “Utøya war für mich das Ferienparadies meiner Jugend. Seit gestern wurde es in die Hölle verwandelt.”

Stoltenberg und Mitglieder Regierung sind zusammen mit Mitgliedern des Königshauses vor Ort und sprechen mit den Opfern und Angehörigen. Sie versuchen Trost zu spenden und trauern mit den Menschen.

 

Gegen Mittag gab dann auch der schwedische Ministerpräsident Reinfeldt noch einmal eine Pressekonferenz: “Das Ganze ist unfassbar…eine besinnungslose, feige Tat…”

Währendessen bietet der schwedische Geheimdienst seine Hilfe bei der Aufklärung an. In Stockholm wird unter anderem die norwegische Botschaft schärfer bewacht.

 

Aber auch die USA bieten Norwegen Hilfe bei der Aufklärung. Und Regierungsvertreter aus der ganzen Welt kondolieren Norwegen. “Wir stehen symbolisch an der Seite der norwegischen Regierung und des norwegischen Volkes.” so Angela Merkel.

Kronprinz Haakon mit Mette-Marit Foto: Nicklas Thegerström

Nationale Tragödie in Norwegen – Das mutmassliche Gesicht dahinter

Man kann es kaum in Worte fassen, die Dimension der Anschläge von Oslo sprengt jede Vorstellungskraft. Mindestens 91 Tote, darunter Dutzende Kinder und Jugendliche.

Und das Grauen bekommt ein Gesicht.

Anders Behring Breivik, so der Name des Mannes, der auf der Insel Utøya festgenommen und als Verdächtiger in Zusammenhang mit beiden Anschlägen gebracht wird.

Anders Behring BreivikNoch in der Nacht durchsuchte die Polizei dessen Wohnung, erst im Juni war er aus der Wohnung seiner Mutter ausgezogen. An seinem Wohnort Rena/Österdalen befinden sich verschiedene Militäreinrichtungen, so zum Beispiel das Heeres-Jägerkommando und die Heeres-Waffenschule. Bisher ist nicht bekannt, ob der Mann Kontakte zum Militär dort unterhalten hat.

Breivik war im Besitz verschiedener zugelassener Waffen.

Nach Angaben einer norwegischen Tageszeitung vertrat der Mann auf seiner Facebook-Seite rechtsextreme Ansichten, allerdings wurde dieses Profil gelöscht.

Breivik ist Mitglied einer norwegischen Freimaurer-Loge (St. Johanneslogen St. Olaus til de tre Søiler).

Laut norwegischer Presse gründete der mutmaßliche Täter verschiedene Unternehmen in den letzten Jahren. Unter anderen die Firma Geofram, ein Unternehmen für Pflanzgut. Die Polizei geht derzeit davon aus, dass diese Firma als Tarnung genutzt wurde, um unbemerkt grössere Mengen Kunstdünger zu beschaffen. Dieser ist oftmals Grundbestandteil solcher Bomben.

Motiv und Auslöser für die Anschläge sind weiterhin unbekannt, der Mann wurde die ganze Nacht verhört.

Auch will die Polizei weitere Mittäter momentan nicht ausschliessen.

 

Weitere Links:

http://de.wikipedia.org/wiki/Anders_Behring_Breivik

http://en.wikipedia.org/wiki/Anders_Behring_Breivik

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  • @nickenordmark artiklarna var delvis jätte populistisk sista dagar, kompetens kommer inte från en ambil utan från personalen som finns kvar 10 hours ago
  • @nickenordmark spännande! hoppas det är inte så populistisk ;-) 12 hours ago
  • den ganzen tag an der uni :-) entspannend! 6 days ago
  • Hilfe, mein Auto ist im Schnee verschwunden! Noch 1,5 Stunden Nachtdienst, dann such ich eine Schaufel... ;-) 1 week ago
  • ich muss mal wieder mehr twittern ;) allerdings ist zeit knapp, ich geniesse die vorteile des schwedischen bildungswesens ;) 1 week ago

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