Schlittschuhwandern – nordic iceskating

Schlittschuhwandern auf schwarzem Eis, oder auch nordic icescating auf Black Ice ist ein faszinierender Wintersport. In Schweden erfreut er sich immer größerer Popularität, die langsam auch nach Deutschland schwappt. In Zeiten wechselnder Winter ohne feste Frost- und Schneegarantie bietet sich das Schlittschuhwandern auf knackendem Eis ideal an. Denn was man braucht ist frisches Eis ohne Schneebelag. Mit Schneebelag wäre es weiß – ohne ist es Black Ice.

Schlittschuhwandern auf schwarzem Eis

Wer einmal im Winter in glasklarer eiskalter Luft über einen spiegelglatten See geglitten ist, der wird von diesem Erlebnis gepackt und es lässt einen nie mehr los. Der Schwede sagt dazu: „Han är isbitnad“ – er ist vom Eis gebissen. Gemeint ist das Schlittschuhwandern auf frischem schwarzen Eis. Schweden ist ideal dafür: fast 100.000 Seen und der Schärengarten u.a. vor Stockholm laden zum Nordic Iceskating ein.

Was ist schwarzes Eis – das Black Ice?

Wenn ein Gewässer zufriert und noch kein Schnee drauf liegt, dann ist das Eis spiegelglatt und schwarz. Dann herrschen ideale Bedingungen zum Nordic Iceskating. Man gleitet über das Eis und das einzige was man hört ist das Knacken des Eises, das Schaben der Kufen und das Rauschen des Windes. Wenn dann noch die Sonne scheint, ist der Tag perfekt.

Südschweden ist ideal geeignet für das Wandern mit Schlittschuhen. Die Temperatur pendelt im Winter um den Gefrierpunkt und dadurch entstehen mehrmals im Jahr Perioden mit frischem Eis, das noch nicht von Schnee bedeckt ist. Je nachdem, ob der Winter kalt oder mild ist verschiebt sich der Bereich und die Häufigkeit von schwarzem Eis von Jahr zu Jahr. Generell gelten aber Regionen wie Värmland, Småland und der See Mälaren sowie der Stockholmer Schärengarten als gute Regionen fürs Nordic Iceskating.

Schlittschuhwandern ist ein Gefühl

Die Ausrüstung fürs schwarze Eis

Natürlich scheint es zuerst das wichtigste zu sein die richtigen Schlittschuhe bzw. die richtigen Schlittschuhkufen für das Abenteuer auf dem schwarzen Eis zu besorgen. Das wichtigste Equipment besteht aber tatsächlich aus zwei anderen Geräten. Es ist zum einen der Eisstab, mit dem man die Qualität und die Dicke des Eises messen kann, zum anderen ist es der Rucksack, der wasserdicht die Ersatzkleidung beinhalten muss. Denn die ist absolut notwendig, wenn etwas passieren sollte.

Die Schlittschuhe

Der schwedische Schuhmacher Lundhags hat für das Schlittschuhwandern die ideale Ausrüstung entwickelt. Da man beim wandern auf dem Eis meistens die Kufen benötigt, aber manchmal auch in normalen Wanderstiefeln laufen muss gibt es wie beim Skilaufen ein System, das aus Schuh und Kufe mit Standardbindung besteht:

Der Lundhags Blackice Schlittschuhkufe T-Skate mit Rottefella NNN BC Bindung

Gefertigt aus recyceltem Material und voll recyclingfähig präsentiert sich hier schwedischer Sandvik Stahl. Die Kufe ist optimal auf die Bedürfnisse des Schlittschuhwanderns auf schwarzem Eis angepasst. Die Form, Länge und Dicke der Schlittschuhkufe lässt einen gut über das Eis gleiten, ohne dabei zu lang zu sein um auch Kurven zu fahren. Allerdings ist es beim Schlittschuhlaufen wie beim Segeln: Länge läuft! Mit der praktischen NNN Bindung lassen sich die Schlittschuhkufen schnell an- und abnehmen, so dass man auf Schneefeldern oder kurzen Landpassagen auch mal normal zu Fuß laufen kann.

 

Lundhags Guide BC Stiefel

Der Lundhags Guide BC Backcountry ist ein Skischuh, der sich auch optimal auf schwarzem Eis einsetzen lässt. Fest genug um dem Fuß genügend halt zu geben und hoch genug um auch durch ein kurzes Schneefeld zu rauschen. Die Sohle ist gut isoliert und gibt durchgehend warme und trockene Füße.

Eisstäbe Nordic Ice Skating Stock

Wenn man Schlittschuhwandert ist ein Eisstock (oder besser zwei) ratsam. Zum einen kann man sich auf gnubbeligem Eis mehr Halt verschaffen in dem man sich wie beim Skifahren oder Wandern auf die Stäbe stützt, zum anderen ist dein Eisstock unerlässlich um regelmäßig die Qualität und Dicke des Eises zu messen.

Nordic Ice Skating – Saison in Schweden

Die Schlittschuhwandersaison beginnt bereits mit dem ersten Frost und den ersten zugefrorenen Seen im nördlichen Fjäll im Oktober. Ab November beginnt die Ostsee im finnischen Meerbusen rund um Luleå zu frieren, langsam wandert dann das Eis Richtung Süden, bis es von Januar bis März Stockholm erreicht. Im Inland hat man in der Regel das beste Eis in den Provinzen Värmland, Närke und Östergötland in der Zeit von Januar bis März, der See Vättern friert ungefähr jedes dritte Jahr zu. Eisinformationen für den folgenden Tag finden sich abends auf www.isplanket.com

Schlittschuhwandern im Stockholmer Schärengarten

Der Stockholmer Schärengarten ist nicht nur im Sommer ein Genuss, sondern gerade auch im Winter zum Schlittschuhwandern. Mancher mag sich wundern, dass dies auf Salzwasser funktioniert. Tatsächlich ist es aber so, dass das Ostsee-Wasser im bottnischen Meerbusen nicht den Salzgehalt der Nordsee aufweist und auch geringer ist als in der Kieler Förde. Und selbst in der Innenstadt von Stockholm lässt sich ideal Schlittschuhlaufen.

Schlittschuhwandern in Deutschland und Österreich

Eigentlich ist das Klima in Norddeutschland ideal für das Schlittschuhwandern auf schwarzem Eis. So gibt es z.B. in Bremen einen Verein, der sich um das Schlittschuhlaufen auf Natureis verdient gemacht hat, in kalten Winter fluten einige Feuerwehren in Schleswig-Holstein Äcker, damit jedermann darauf laufen kann.

Größerer Beliebtheit freuen sich auch einige Seen in den Alpen, die auch teilweise geräumt werden. Einige Beispiele sind der Weissensee in Kärnten, der Lunzer See in Niederösterreich, der Piburger See in Tirol sowie der Riessersee in der Zugspitz Region.

Schlittschuhwandern – Safety First

Schlittschuhwandern ist ein relativ sicherer Sport, wenn man die passende Ausrüstung hat und einige Sicherheitsregeln fürs Schlittschuhwandern beachtet. Die meisten Schäden zieht man sich bei Stürzen zu, weshalb es ratsam ist Knieschoner, Ellenbogenschoner sowie einen Helm zu tragen.

Für die Sicherheit beim Wandern auf dem Eis sind drei Buchstaben zuständig: KAF – Kenntnis, Ausrüstung und Freunde.

Benötigte Kenntnisse beim Schlittschuhwandern

Bevor man sich zum Wandern aufs Eis begibt sollte man sich gut über den Zustand des Eises vor Ort informieren, die Topographie des Gewässers kennen und das aktuelle Wetter sowie die Wettervorhersage studieren.

Ausrüstung beim Wandern auf schwarzem Eis

Neben den Schlittschuhen und zwei Eisstöcken sollte man unbedingt dabei haben:

  • einen wasserdichten Rucksack* mit Ersatzkleidung
  • zwei kleine Eispickel, die über eine kurze Leine in den Ärmeln stecken
  • Eine Rettungsleine, um einen eingebrochenen Mitläufer aus dem Eis ziehen zu können
  • Einen Karabinerhaken um ggf. die Rettungsleine zu befestigen, oder um auf dünnem Eis mehrere Leinen zu einer langen zusammen zu fügen
  • eine Trillerpfeife, um die Aufmerksamkeit auf sich ziehen zu können

Freunde: Schlittschuhwandern ist nichts für Einzelgänger

Die schwedische Statistik für Ertrinken zeigt, dass beim Schlittschuhwandern fast nur Einzelläufer gefährdet sind. Deshalb sollte man immer mit Freunden aufs schwarze Eis gehen.

 

Schlittschuhwandern auf schwarzem Eis, Fotos: © Imagebank Sweden Helena Wahlmann, Niclas Vestefjäll, Lundhags

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