Lagom – schwedisch für: Genau richtig

lagom schwedisch Bedeutung
lagom - genau richtig

Lagom ist das neue Lebensgefühl, sagt der Independent. Lagom ist eines dieser Wörter, die es nur auf schwedisch gibt. Und in der Tat: Es beschreibt ganz gut das schwedische Lebensgefühl von Zufriedenheit mit sich, den anderen und dem Leben. Hier erklär ich Dir den Hintergrund zu lagom.

Ist „Lagom“ das neue „Hygge“?

Der ehrwürdige Independent aus London schrieb Anfang 2017, dass „lagom“ das neue „hygge“ sei. Die Schweden bezeichnen ihr eigenes Land als „landet lagom“ und um das alles noch zu toppen behaupten die Schweden, dass „lagom är bäst“ – also das es am besten sei, wenn alles lagom ist. Die Fragen die sich dazu stellen sind vielfältig.

Was bedeutet das schwedische lagom?

Im wesentlichen bedeutet es „weder zu viel, noch zu wenig“. Also genau richtig! Es wird als Adjektiv und als Adverb eingesetzt und beschreibt nicht nur die Menge, sondern tatsächlich auch ein Lebensgefühl. Denn wenn alles „lagom“ ist, kann man zufrieden mit sich, seiner Situation und seinen Mitmenschen. Und dann ist der Mensch insgesamt zufrieden.

Woher stammt das Wort?

Die Wissenschaft ist sich nicht ganz einig darüber woher das Wort stammt. Einerseits kann es von „laget om“, also ausrreichend für die ganze Gruppe / Mannschaft bedeuten. Andererseits kann es auch vom Wort „laghum“ stammen. Dann entspricht es dem, was das Gesetz „laget“ vorsieht. Wobei das Gesetz nicht das geschriebene Recht sein muss, sondern eher dem entspricht was Recht und billig ist, also für alle tragbar.

Ist lagom ein Lebensstil?

Wenn man es in der Gesamtheit der schwedischen Gesellschaft betrachtet, kann man schon sagen, dass der Schwede versucht sein Leben lagom zu gestalten: Ausreichend, nicht zu vie, und nicht zu wenig. Und ist auch das schwedische System in seiner Idealform gestaltet. Der schwedische Wohlfahrtsstaat hält für alle Leute ausreichend Mittel vor. Wer zu viel halt reduziert sich mittels Steuern auf lagom. Wer zu wenig hat erhält über die Sozialsysteme soviel wie er braucht, um lagom Mittel zu haben.

Lagom und das Gesetz von Jante

Woher stammt nun dieses Streben nach dem ausgleichenden Mittelmaß? Es hat seinen Ursprung in einem Gesetz, dass es gar nicht gibt. Es ist das Gesetz von Jante, jantelaget. Das Gesetz von Jante kommt in dem Buch „Ein Flüchtling kreuzt seine Spur“ von Aksel Sandermose. Es besteht aus zehn Paragraphen und gilt in ganz Skandinavien. Man kann es auf folgende Formulierung zusammenfassen: Du bist nicht besser als die Anderen und auch nicht wertvoller. Da dies auf alle Individuen der skandinavischen Gesellschaft zutrifft sollte jeder lagom sein, lagom haben und auch nur lagom erstreben.

Ist lagom nun das neue hygge?

Ich glaube nicht. Das dänische Wort „hygge“ steht für gemütlich. Lagom hingegen kann auf zwei Weisen interpretiert weerden. Positiv gesehen besagt es, dass man glücklicher ist, wenn man mit dem zufrieden ist was man hat. Negativ betrachtet ist es das Predigen der Mittelmäßigkeit als Idealzustand.

 

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