Fika – schwedische Kaffeekultur

Fika schwedische Kaffeekultur
Fika schwedische Kaffeekultur Foto: Imagebank Sweden Helena Wahlmann

Fika ist eines der Wörter, die man nicht in die deutsche Sprache übersetzen kann. Eigentlich bedeutet „att fika“ so viel wie: einen Kaffee trinken. Aber es ist viel mehr als das! Fika – das ist ein Lebensgefühl, das sich während einer gemeinsamen Kaffeepause entwickelt. Es ist Teil der schwedischen Kaffeekultur. Man isst dabei einen Kanelbulle, spricht über dies und das und hat gemeinsam eine gute Zeit.

Fika – die schwedische Kaffeepause

Jede Sprache besitzt Worte, die man nicht in eine beliebige andere Sprache übersetzen kann. Beim Kaffee in Schweden sind es gleich zwei Worte: „Fika“ und „påtår“. Ersteres ist eine soziale Institution. Sie beschreibt eine Pause von einer Aktivität, um gemeinsam mit anderen Menschen ein schwarzes Heißgetränk, oder ein beliebiges anderes Getränk zu sich zu nehmen. Meistens gehört auch etwas zu essen dazu, ein sogenanntes Fikabröd, also ein Kanelbulle – eine Zimtschnecke, oder eine andere Form von Gebäck.

Påtår – das Recht sich nach zu schenken

„Påtår“ ist auch ein unübersetzbares Mysterium. Eigentlich wird nur das Nachfüllen von Kaffee beschrieben, aber in der Kultur des Landes bedeutet es mehr. Nach dem man sich einen Kaffe eingefüllt hat (kaffetår) und innerhalb von ca. 20 Minuten in die in Gebrauch befindliche Tasse nachgeschenkt hat, spricht man vom påtår. Füllt man sich ein weiteres Mal nach, so spricht man vom tretår. In schwedischen Cafés und Konditorien ist es normalerweise üblich, dass der påtår im Preis inbegriffen ist.

Das sagen die Sprachwissenschaftler: Fika in der Etymologie

Die Linguisten vermuten, dass Fika seinen Ursprung in der Sprache der Hausierer der Landschaft Dalarna hat. Vergleichbar mit dem Rotwelsch in Deutschland handelt es sich dabei um eine Sondersprache einer einzelnen Berufsgruppe. Kaffee heißt auf schwedisch kaffe, im Dialekt von Dalarna kaffä. Wenn man die Laute ein wenig durcheinanderschüttelt, dann erhält man als neues Wort „Fäka“ oder auch „fik“ Andere Quellen verweisen auf den Slang, der in Stockholm im Gefängnis Långholm gesprochen wurde, aber vermutlich einen ähnlichen sprachlichen Ursprung hat.

Fika – die beste Zeit dazu ist…: immer!

In Schweden ist immer Zeit für eine gute Tasse Kaffee. Während in Deutschland oftmals bereits nachmittags oder abends Schluß ist mit dem Kaffeetrinken, hat das schwarze Getränk in Schweden zu jeder Zeit eine Berechtigung. Zum Abschluss eines Abendessens genauso wie vorm ins Bett gehen. Neben der passenden Zeit benötigt man natürlich auch den passenden Anlass zum fika. Der findet sich immer. Mit Freunden, mit der Familie, mit Kollegen, aber auch mit Geschäftspartnern. Und im Urlaub in Schweden sowieso.

Was ist beim Kaffee trinken zu beachten?

Kaffee in Schweden ist meist stärker aufgebrüht als bei uns. Das hängt zum einen mit den verwendeten Kaffeesorten zusammen, zum anderen mit der Röstung, die in der Regel effektiver und dunkler ist als in Deutschland. Ausführliche Informationen findest Du im Artikel über schwedischen Kaffee.

Fotos: © Imagebank Sweden/Faramarz Gosheh, Tina Stafrén, Henrik Trygg, Helena Wahlmann

Dieser Artikel beschreibt die Mysterien fika und påtår, die sich leider nicht eins zu eins ins Deutsche übersetzen lassen. Weitere schwedische Besonderheiten kriegt Du in diesem Artikel erklärt.

Hier noch mehr interessante Infos: